Normalerweise habe ich kein Problem mit meiner Behinderung. Da ich sie schon von Geburt an habe, kenne ich es nicht anders und ich habe gelernt damit umzugehen.

Doch heute ist wieder einer dieser Tage, wo meine Behinderung mich echt nervt.

In der Vorweihnachtszeit ist der Mensch ja des öfteren schon mal gestresst oder genervt. Deshalb habe ich mich dieses Jahr entschieden meine Weihnachtsgeschenke einmal früher zu besorgen. Einfach damit ich gerade in den letzten Tagen vor Heiligabend nicht in Stress und Hektik ausbreche. Soweit so gut. Die Geschenke sind besorgt. Schön. Soweit auch noch alles klar. Aber jetzt kommt das Problem, die Geschenke einpacken. Das mag für den einen oder anderen lustig klingen und er mag denken, ist doch überhaupt kein Problem. Doch ist es, sage ich euch. Bei meiner Spastik ist die gesamte Feinmotorik für meine linke Körperhälfte nicht existent. Ich habe links also nur grobmotorische Fähigkeiten. Alle, die jetzt immer noch meinen, dass dies kein Problem sei, möchte ich bitten sich einmal die linke Hand auf den Rücken zu binden und dann zu versuchen Geschenke einzupacken.

Ich bin zwischendurch fast verzweifelt und habe eine halbe Ewigkeit gebraucht. Aber ich hab mich durchgebissen und es geschafft. Sicherlich hätte ich mir die Geschenke auch einfach im Geschäft einpacken lassen können. Aber nein, den Ehrgeiz habe ich es selber zu schaffen. Was zwischenzeitlich jedoch hinderlicher war als mein motorisches Handicap war sicherlich meine eigene Ungeduld. Ich hätte das eine oder andere Mal am Liebsten in den Stuhl oder Tisch gebissen, aber das Ergebnis zählt. Auch wenn die Geschenke  aussehen als seien sie von einem 8-jährigen Schulkind eingepackt, habe ich es wie gesagt geschafft und es kommt von Herzen und darauf kommt es ja gerade an Weihnachten an.

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